Der Vorgarten als sozialer Ort!
2024 veröffentlichte das Bundesamt für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den ersten Einsamkeitsbarometer der Bundesregierung. Dabei handelt es sich um eine umfassende Analyse der letzten 30 Jahre im Hinblick auf das Einsamkeitsempfinden der Bürger. Das Ergebnis: Einsamkeit ist vielschichtig und eine wachsende gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Besonders dramatisch war dieser Zustand während der Corona-Pandemie und belastete erstmals vor allem junge Erwachsene und Frauen, die Angehörige pflegten oder Care-Arbeit leisteten. Das besserte sich nach der Aufhebung aller Beschränkungen zwar wieder - doch die Prozentzahl an Menschen, die sich regelmäßig allein fühlen und unter „sozialer Einsamkeit" leiden, ist weiterhin hoch.

„Diesen Aspekt finden wir sehr spannend, vor allem im Hinblick auf unsere Initiative ,Rettet den Vorgarten‘, mit der wir unter Anderem den sozialen Aspekt des Vorgartens hervorheben", sagt Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). „Denkt man an frühere Zeiten, dann wurden vor der Haustür häufig alltägliche Hausarbeiten durchgeführt - immer bereit für ein kurzes oder auch mal längeres Gespräch mit Nachbar*innen und Spaziergänger*innen. Im Vorgarten kam man in Kontakt mit anderen Menschen." Dieser kommunikative Aspekt ist im Laufe der letzten Jahrzehnte jedoch in den Hintergrund gerückt - dabei könnte er sich in der heutigen Zeit positiv auf unsere eigene Stimmung und das Verhältnis zur Nachbarschaft auswirken. Und gerade unsere wohnliche Umgebung spielt bei diesem Thema auch eine entscheidende Rolle, wie der TK-Einsamkeitsreport zeigt: Menschen mit einem guten Verhältnis zu den Personen aus der eigenen Straße oder Ortschaft fühlen sich weniger einsam. Die Nachbarschaft kommt direkt hinter der Familie, einem guten Hobby und engen Freundschaften und bildet ein soziales Netz, das auffangen und die Einsamkeit abfedern kann. Doch wie baut man eine gute Nachbarschaft auf?

Der Vorgarten ist ein halböffentlicher Ort und so sollte er auch angelegt werden, damit sich die Hausbesitzer*innen daran ebenso erfreuen wie Paketbot*innen oder Spaziergänger*innen. So können erste, zarte Bande geknüpft werden mit der Nachbarschaft, die sich im Laufe der Zeit festigen. „Kommunikativ gestaltete Vorgärten sind eine von vielen Möglichkeiten, der Einsamkeit zu begegnen - aber immerhin eine, die wir selber in der Hand haben", hebt Dr. Michael Henze hervor. Und wer keinen eigenen Vorgarten hat, wählt stattdessen die andere Seite: Zu Fuß lässt sich die Wohngegend völlig neu erleben und mit den Menschen, die sich gerade vielleicht genau so einsam fühlen, ganz natürlich in Kontakt kommen.
Einsamkeit belastet zunehmend die Gesellschaft, verschärft durch die Pandemie, und betrifft besonders junge Menschen und pflegende Frauen. Eine Lösung sieht der BGL darin, den Vorgarten wieder als sozialen Begegnungsort zu entdecken – offen gestaltet ermöglicht er zwanglosen Austausch und hilft, nachhaltige Nachbarschaftskontakte aufzubauen.
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