Freund oder Feind? – Sechsbeinige im Hochbeet
05.12.2022

Freund oder Feind? – Sechsbeinige im Hochbeet

Insekten sind meistens beste Freunde des Gärtners, und selbst in Hochbeeten – die aus vielerlei Hinsicht die effektivsten und schönsten Lösungen der Gärtnerei sind – kann man auf ihre Arbeit nicht verzichten. Nützliche Insekten kann man nicht kaufen, sie können aber angelockt werden, und beim Schutz des Biogartens wirklich mithelfen.

Foto: WoodBlocX
Foto: WoodBlocX


Alien im Garten

Als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal glücklicher Eigentümer eines Hochbeetes aus Holz wurde, erstaunten mich im Frühling fingergroße schwarze Wespen rund ums Beet. Nach dem ersten Schock fand ich schnell heraus, dass es Dolchwespen sind – die größte Wespenart Europas, die zwar erschreckend aussehen, Menschen gegenüber aber harmlos und friedlich sind. Lediglich Engerlinge müssen sich vor ihnen fürchten. Diese Wespen waren Ideengeber für die bekannten Alien-Filme, denn sie machen dasselbe, wie die Filmmonster: sie legen ihre Eier in die Brut von Maikäfern und anderen Insekten, damit sich Wespenlarven später von den kleinen Schädlingen ernähren. Letztlich konnten die Engerlinge, die wahrscheinlich mit der Gartenerde in meinem Hochbeet gelandet waren, an meinen Pflanzen keine Schäden verursacht. Die Wespen haben mir damit eine der wichtigsten Lektionen der Gartenarbeit gelehrt: die Natur hat immer die beste Lösung.

Her mit euch!

Es wird Zeit, dass wir den Insekten in unserem Garten aus einer anderen Perspektive sehen. Wir mögen sie vielleicht innerhalb der Wohnung nicht besonders, aber draußen brauchen wir sie so wie Luft und Wasser. Ohne sie geht’s nicht: sei es das Hochbeet der besten Qualität, die beste Erde mit dem besten Saatgut – ohne Bestäuber können die meisten unserer Früchte und Gemüse keinen Ertrag bringen. Fast 90% der Bestäubung wird durch Insekten erbracht, zumeist sind es Bienen und viele, viele andere. Bestäuber, Prädatoren- und Parasiteninsekte sind essenziell für einen Biogarten. In der Landwirtschaft ist ihr Lebensbereich durch Monokultur und Pestizide bedroht. Sorgen wir also dafür, dass sie wenigstens im Kleingarten so gut behandelt werden, wie sie es verdienen!

Neben “good boys“ gibt es natürlich auch in dieser Geschichte Bösewichter. Selbst Gartenanfänger können zahlreiche Schädlinge auflisten, wahrscheinlich viel mehr als nützliche Insekte: Läuse, Erdflöhe, weiße Fliegen, Spinnmilben, Dickmaulrüssler, um nur die häufigsten in Europa zu erwähnen. Gibt es mehr Feinde als Freunde? Die Antwort ist eindeutig nein. Es ist nur unsere Wahrnehmung: den leisen Hilfskräfte schenken wir weniger Beachtung, als den Bösewichten, gegen die wir ständig versuchen, vorzugehen. Die natürliche, ökologische Bekämpfung von Schädlingen beruht aber genau auf dem Gegenteil: es heißt Geduld mit Ungeziefern und viel Hinwendung zu den nützlichen Insekten.

Paradies für Insekten

Wie können wie nützlichen Helfer anlocken, und die Schädlinge ökologisch wegjagen? Die Methoden sind nicht besonders kompliziert:

  • Mischkultur: verzichten wir auf Salatköpfe in gerader Linie im Hochbeet, sowas existiert in der Natur nicht, unsere Pflanzen werden auf diese Weise nur wehrlos den Elementen ausgesetzt. Wenn wir Blumen, Gemüse, Früchte und Kräuter zusammenleben lassen, werden sie stärker und gesünder, und nebenbei bieten wir auch einen Lebensraum für nützliche Insekten. Schafgarbe lockt zum Beispiel Marienkäfer, Schwebfliegen, Parasitenwespen und Netzflügler zu sich, Dill macht dasselbe, jagt mit seiner Essenz dabei aber auch die Läuse weg. Studentenblumen sind Superhelden des Gartens: Wurzelgallenälchen ertragen sie nicht, Bestäuber dagegen um so mehr. Knoblauch und Basilikum schützen Tomaten und Gurken, Pfefferminze den Kohl - die Liste ist fast endlos. Es gibt Pflanzen, die andere nicht mögen – wie Liebstöckel und Estragon – die meisten sind aber von "Wohngemeinschaften" begeistert – lassen wir sie zusammen blühen!
  • Wasser: viele Insekten trinken nur den Nektar von Pflanzen, aber Bienen und Wespen brauchen zum Beispiel offenes Wasser, und es gibt welche, die als Larven erst im Wasser überleben können. Ein kleiner Teich im Garten kann im Sommer Leben retten – und dabei haben wir hier über die anderen Ökokämpfer des Gartens, über Vögel noch kein Wort verloren.
  • Lebensraum – für Schädlinge: es mag vielleicht widersprüchlich erscheinen, aber nützliche Insekte brauchen auch Nahrung – das heißt, wenn zum Beispiel keine Läuse mehr vorhanden sind, werden Marienkäfer umziehen, und reichere Wiesen suchen. Wenn es möglich ist, lassen wir deshalb im Garten, oder sogar selbst im Hochbeet eine Ecke übrig, in der die Natur machen kann, was sie will – ein kleines Stück, wo sich nützliche und weniger nützliche Bewohner im Garten heimisch fühlen können.
  • Saatfolge: eine der ältesten Methoden der Landwirtschaft ist auch für Kleingärten nützlich. Mit einer geänderten Saatfolge kann dafür gesorgt werden, dass Schädlinge der neuen Generation im Frühling ihre bevorzugten Pflanzen nicht vorfinden können und sich somit nicht entwickeln können.

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