Von Kult bis Köstlichkeit: Die Welt der Kürbisse

Herbststimmung in Stadt und Land, Nebel und Dämmerung – ein zahnloses Gesicht grinst auf der Türschwelle, gespenstisch flackert Licht hinter den leeren Augenhöhlen. Keine Frage, die Kürbiszeit beginnt.

Foto: Kiepenkerl

Foto: Kiepenkerl

Noch vor wenigen Jahren interessierten Kürbisse allenfalls Kleingärtner und Hausfrauen, die Kompott kochten. Heute ist die Riesenfrucht, die botanisch zu den Beeren zählt, im Herbst in Geschäften, Gärtnereien und den Wohnungen allgegenwärtig und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Wie eine Woge schwappt die Begeisterung für die runden Gesellen aus dem englischsprachigen Raum zu uns herüber.

Grusel zu Halloween
In den angelsächsischen Ländern spielt der Kürbis schon seit Jahrhunderten eine zentrale Rolle am Abend vor Allerheiligen, dem All Hallows Evening oder verkürzt Halloween. An diesem Abend ist – alter keltischer Tradition zufolge – die Grenze zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten besonders durchlässig. Opfergaben sollten die auf der Erde wandelnden Geister der Ahnen milde stimmen; mit Lärm, Feuer und schaurigen Fratzen, damals noch aus Rüben geschnitzt, versuchte man böse Geister abzuschrecken. Zwar bemühte sich das Christentum, das heidnische Treiben in ein würdiges Totengedenken zu verwandeln. Aber die Lust am Spuk und die Freude an den üppigen Früchten haben sich bis heute erhalten. Sobald Ende September die ersten Kürbisse reif werden, gruppieren sie sich nun auch bei uns vor den Haustüren und Fenstern, auf Balkonen und Terrassen.

Konserviert in der Kälte
Dabei gehen Dekorationswunsch und Zweckmäßigkeit Hand in Hand, denn nirgendwo lassen Kürbisse sich besser aufbewahren als an einem trockenen Platz an der frischen, kühlen Herbstluft. Unbeschädigte Exemplare bleiben dort so lange frisch und ansehnlich, bis sie in köstliche Suppen, Kuchen oder Gemüse verwandelt werden oder kurz vor dem ersten Frost ins Haus umziehen. Die Haltbarkeit geschnitzter Exemplare ist allerdings auch an der Frischluft begrenzt. Aber je sorgfältiger die Kerne und das lockere Faserfleisch entfernt wurden, desto länger kann der „hohle Kopf grinsen“ und die Besucher erfreuen. 

Boten des Herbstes
Die stattlichen gelben und orangeroten Sorten wie 'Big Mama', 'Racer' oder 'Aspen' sind besonders gefragt. Mit ihren reichen Farbtönen scheinen sie die Herbstsonne zu speichern und widerzuspiegeln. Bei der Halloween-Dekoration wird das warme Kerzenlicht in ihrem Bauch durch die gelbe Farbe des Fruchtfleischs verstärkt. Wer sich auf einer der vielen Kürbisausstellungen in Gärtnereien und Gartencentern umschaut, wird auch von der stattlichen, graugrün-warzigen 'Marina di Chioggia', von 'Sweet Delite' in edlem Dunkelgrün mit silberweißen Tupfen oder dem Cremeweiß der Sorte 'Lumina' fasziniert sein. Für köstliche Kürbisgerichte sind sie alle hervorragend geeignet.

Klein, aber oho!
Auch unter den kleineren Kürbissen gibt es viele, die man trotz bizarr anmutender Formen verzehren kann. Die Türkenturbane z. B. bestechen durch einen feinen aromatischen Geschmack. Diese Kürbisse fallen jedoch vor allem durch ihr knalliges Orangerot und ihre kuriose Form auf. Sie entsteht durch die kräftige Einschnürung, die die Frucht in den lebhaft grün-weiß-orange gezeichneten Hut und die wulstige Krempe gliedert. Auch die glatten Patisson-Kürbisse mit ihren strahlend gelb, weiß oder grünweiß leuchtenden Farben und den an Ufos erinnernden Formen haben einen hohen Zierwert. Ähnliches gilt für 'Table Ace' und 'Table Gold' mit herzförmigen, kräftig gerieften Früchten in Gelb oder Dunkelgrau-Grün. Mit 10 bis 12 cm Durchmesser gehören 'Sweet Dumpling' und 'Wee-B-Little' zu den kleinsten, essbaren Kürbissen. Letzterer hat die klassische Kürbisfarbe und gilt als "Suppentassen-Kürbis“. 'Sweet Dumpling' zeichnet sich durch einen weißen Grund mit kräftigen grünen Riefen und grünen Tupfen aus. Wird der Kürbis aufgeschnitten, kontrastiert das orangegelbe Fruchtfleisch wunderschön mit der Hülle.

Sinn für Skurriles 

Foto: CMA

Foto: CMA

Wer es noch skurriler möchte, greift zu den Zierkürbissen. In Kronen-, Birnen- und Löffelform, oft mit kräftigen Warzen auf der Schale, machen sie auf sich aufmerksam. 'Cobra' erinnert an eine aufgerichtete, zischende Schlange mit breitem, grün-weiß geflecktem Flaschenbauch und langem Hals. 'Nestegg’ reift zu glatten, weißen Eiern heran; das dunkle Gegenstück dazu ist die kugelrunde 'Rolet' in Schwarzgrün. Ihre sehr feste Schale und das wenige, oft bittere Fleisch macht die Zierkürbisse ungenießbar. Bewahrt man sie unverletzt auf, trocknen sie innen völlig aus und halten sich jahrelang. Dagegen beginnt bei den fleischigen, essbaren Sorten meist gegen Ende des Winters der Auflösungsprozess. Die in ihrem Inneren ruhenden Samen müssen nun ans Licht, damit eine neue Kürbisgeneration heranwachsen kann. Rechtzeitig ein leckeres Kürbisgericht kochen, ist das einzige Rezept, das gegen die Auflösung des Kürbisses hilft!

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