Teamwork im Verborgenen: Hülsenfrüchte düngen sich selbst
16.02.2026

Teamwork im Verborgenen: Hülsenfrüchte düngen sich selbst

Aus gutem Grund gelten Hülsenfrüchte als Geheimtipp für eine ausgewogene Ernährung. Ackerbohnen, Süßlupinen, Körnererbsen und Sojabohnen liefern hochwertiges pflanzliches Eiweiß sowie viele Ballaststoffe. Sie sind in Europa und somit auch in Deutschland und Österreich regional verfügbar. Was viele allerdings nicht wissen: Beim Anbau versorgen sie sich auf natürliche Weise selbst mit dem für das Wachstum benötigten Stickstoff. Möglich wird dies durch eine Art Kooperation mit Bodenbakterien, eine Besonderheit der Hülsenfrüchte, die sie weitgehend unabhängig von Mineraldünger macht.

Hülsenfrüchte, wie hier die Ackerbohne, sind nicht nur für die Ernährung gut, sie tragen auch zu einer nachhaltigen Landwirtschaft bei. Foto: DJD / WPR Communication / Daniel Schneider
Hülsenfrüchte, wie hier die Ackerbohne, sind nicht nur für die Ernährung gut, sie tragen auch zu einer nachhaltigen Landwirtschaft bei. Foto: DJD / WPR Communication / Daniel Schneider

Eine Symbiose, die viel Düngemittel einspart

Möglich wird dies durch eine Besonderheit der Hülsenfrüchte, die in der Fachwelt als Leguminosen bezeichnet werden: Sie leben in Symbiose mit Bodenbakterien, den sogenannten Rhizobien. Diese winzigen Verbündeten besiedeln die Wurzeln der Pflanzen und binden Stickstoff direkt aus der Bodenluft. "Wer eine Ackerbohne ausgräbt, kann an den Wurzeln charakteristische kleine Knöllchen erkennen", sagt Fabian von Beesten, Experte für den Anbau von Leguminosen. "Hier leben die Rhizobakterien, die Stickstoff aufnehmen und für die Pflanze verfügbar machen." Üblicherweise muss mineralischer Stickstoffdünger auf den Acker ausgebracht werden. Dessen Herstellung ist energieintensiv und setzt viel Kohlendioxid frei. Hülsenfrüchte dagegen versorgen sich selbst. Das spart Energie, senkt Emissionen und verringert die Abhängigkeit von teuren Düngemitteln.
Auch nach der Ernte wirkt der natürliche Dünger weiter.

"Die Pflanzenrückstände bleiben auf dem Acker zurück", erklärt von Beesten. Im Boden steht somit ein Stickstoffdünger zur Verfügung, der auch für die Folgekulturen sehr wertvoll ist. "Wenn man zum Beispiel nach einer Ackerbohne Weizen anbaut, kann man auch beim Weizen nochmal erheblich Stickstoffdünger sparen." Die Leguminosen verbessern zusätzlich die Bodenstruktur und fördern das Bodenleben, ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Landwirtschaft.
Natürlicher Kreislauf: Hülsenfrüchte versorgen sich zum großen Teil selbst mit dem benötigten Stickstoff als Düngung. Foto: DJD / WPR Communication
Natürlicher Kreislauf: Hülsenfrüchte versorgen sich zum großen Teil selbst mit dem benötigten Stickstoff als Düngung. Foto: DJD / WPR Communication

Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung

Ernährungswissenschaftler empfehlen, Hülsenfrüchte im Rahmen einer gesunden, pflanzenbetonten Ernährungsweise regelmäßig auf den Speiseplan zu setzen: Sie liefern nicht nur viel Eiweiß, sondern machen lange satt und können dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Und natürlich lassen sich Körnererbsen, Ackerbohnen, Süßlupinen und Sojabohnen auf vielfältige Weise zubereiten, ob als herzhafter Ackerbohnen-Eintopf, bunte Körnererbsen-Bowl oder Aufstrich aus Süßlupinen. 
Quelle: WPR COMMUNICATION GmbH & Co. KG / DJD
Resümee von Talia Sommefeld (Redaktion “gartennetz.de“)

Hülsenfrüchte punkten gleich doppelt: Sie liefern wertvolles pflanzliches Eiweiß für eine ausgewogene Ernährung und versorgen sich dank der Symbiose mit Bodenbakterien selbst mit Stickstoff. Dadurch sparen sie Dünger, verbessern die Bodenfruchtbarkeit und leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen, klimafreundlichen Landwirtschaft.


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