Staunässe: So retten Sie Ihren Rasen nach starkem Regen
17.04.2026

Staunässe: So retten Sie Ihren Rasen nach starkem Regen

Starke Niederschläge sind für unseren Garten eine echte Belastungsprobe. All der Regen kann schnell dazu führen, dass der Rasen völlig durchnässt ist. Zu den Folgen zählen tiefe, nasse Stellen im Boden, eine plötzliche Schneckenplage oder im schlimmsten Fall sogar abgestorbenes Gras.

Staunässe: So retten Sie Ihren Rasen nach starkem Regen. Foto: pixabay.com
Staunässe: So retten Sie Ihren Rasen nach starkem Regen. Foto: pixabay.com
Passend dazu hat eine Gartenexpertin von MyHammer, einer Plattform zur Beauftragung von Handwerkern, einen Leitfaden zusammengestellt, der zeigt, wie sich ein durchnässter Rasen wieder in Ordnung bringen lässt. Die Tipps zeigen außerdem, wie sich Staunässe künftig vorbeugen lässt.

Wenn große Wassermengen nicht mehr abfließen können, bildet sich Staunässe. Dadurch verschwinden die kleinen Zwischenräume im Boden – der Rasen „erstickt“ im wahrsten Sinne des Wortes. Doch wie äußert sich das genau? Nach wochenlangem Regen kann es beispielsweise sein, dass sich die Spitzen der Grashalme gelb verfärben. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass sie nicht genügend Sauerstoff bekommen. Auch ein matschiges Gefühl beim Betreten der Fläche deutet auf eine schlechte Drainage hin. Bei diesen Warnsignalen sollten Sie rechtzeitig handeln.

Jacqueline Kaminski, eine Gartenexpertin von MyHammer.de, erklärt, dass ein durchnässter Garten schnell zu gravierenden Schäden führen kann:

„Das Wetter in Deutschland war, vorsichtig formuliert, Anfang des Jahres alles andere als einladend. Letztendlich wird es sich auszahlen, den Rasen in Schuss zu halten, damit er im Frühling in einem guten Zustand ist.”

„Nach starken und langanhaltenden Regenfällen ist es für große Wassermengen schwierig, richtig abzufließen. Es fehlt an Luftzirkulation im Boden und das setzt dem Rasen stark zu. Im schlimmsten Fall kann er sogar absterben.”

„Zum Glück gibt es Maßnahmen, mit denen sich ein geschädigter Rasen wiederherstellen lässt und die dabei helfen, zukünftige Probleme vorzubeugen. Beginnen Sie damit, den Rasen zu aerifizieren und Unebenheiten auszugleichen. So verhindern Sie, dass sich bei erneutem Regen Wasser in bestimmten Bereichen staut. Anschließend sollten Sie prüfen, was Ihr Rasen konkret benötigt. In manchen Fällen – insbesondere bei schweren, lehmhaltigen Böden mit schlechter Drainage – kann es sinnvoll sein, ein eigenes Entwässerungssystem anzulegen.”

„Während viele Teile Deutschlands jetzt sonnig sind, sollte man nicht vergessen, dass das Wetter in Deutschland die letzten Monate alles andere als freundlich war. Das bedeutet, dass der Rasen immer noch nass sein kann.”

So erkennen Sie durchnässten Rasen!

Pfützen

Wenn sich in Ihrem Garten größere Wasseransammlungen oder stehende Pfützen bilden, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass der Rasen nicht richtig entwässert wird. Beheben Sie dieses Problem, ansonsten kann es zu kahlen Stellen oder der Bildung von Algen und Moos kommen.

Gelbe Grasstellen

Gelbe Flecken im Rasen sind nicht nur optisch störend, sondern auch ein Warnsignal. Sie entstehen an den Spitzen der Grashalme, wenn anhaltender Regen dem Boden die nötige Luft entzieht. Das Gras verliert seine Farbe, weil es nicht mehr ausreichend Luft bekommt. Solche Verfärbungen sind ein Hinweis darauf, dass der Rasen unter Stress steht.

Schwammige Bodenstruktur

Machen Sie den Test und gehen Sie über den Rasen. Ein gesunder Rasen fühlt sich fest und elastisch an. Wirkt der Boden hingegen weich und matschig, deutet das auf Staunässe hin.

So beheben Sie einen durchnässten Rasen!

Laub und Gartenabfälle entfernen

Ist der Garten stark durchnässt, ist es wichtig, dass das Wasser möglichst schnell abfließen kann. Entfernen Sie zunächst sämtliches Laub, Äste oder andere Gartenreste, die möglicherweise den Abfluss behindern. Das geht am besten mit den Händen, um den ohnehin geschwächten Boden nicht zusätzlich zu belasten.

Rasen aerifizieren

Durch das Aerifizieren – also das Belüften des Rasens – kann Regenwasser besser in den Boden einsickern. Verwenden Sie dafür eine Grabegabel oder einen speziellen Aerifizierer. Dabei entstehen kleine Löcher im Boden, die die Durchlüftung verbessern. Regelmäßiges Aerifizieren unterstützt nicht nur die Entwässerung, sondern stärkt langfristig auch die Bodenstruktur.

So beugen Sie Staunässe vor!

Rasen sanden

Wenn sich Wasser immer wieder an denselben Stellen sammelt, liegt das häufig an Unebenheiten im Boden. Um das Wasser gleichmäßiger zu verteilen und besser versickern zu lassen, sollte der Rasen nivelliert werden.

Bereiten Sie dafür ein geeignetes Topdressing passend zum Bodentyp vor. Topdressing besteht aus grobem Sand, Kompost oder spezieller Erde. Fertige Mischungen erhalten Sie im Gartencenter, alternativ können Sie sich dort zur richtigen Zusammensetzung beraten lassen. Tragen Sie die Mischung auf die betroffenen Stellen auf und verteilen Sie sie gleichmäßig mit einem Bodenrechen. Zeigt sich nach einigen Tagen keine Verbesserung, können Sie den Vorgang wiederholen. Wichtig: Führen Sie diese Arbeiten ausschließlich bei trockenem Rasen durch, wenn Sie Matsch und Klümpchen vermeiden möchten. Langfristig verbessert diese Maßnahme die Bodenstruktur und sorgt für eine bessere Drainage.

Boden düngen

Vor starken Regenfällen sollten die Graswurzeln möglichst kräftig sein, um überschüssiges Wasser besser zu verkraften. Verwenden Sie daher einen Dünger mit ausgewogenen Nährstoffen, der das Wurzelwachstum fördert. Optimalerweise düngen Sie während der Wachstumsperiode (April bis September). Eine Düngung im Herbst­ bereitet den Rasen zusätzlich auf die nasskalte Witterung vor.

Drainagesystem anlegen

Bestimmte Bodenarten – insbesondere schwere Lehmböden – lassen Wasser nur schlecht versickern. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, ein Drainagesystem anzulegen, etwa einen einfachen Entwässerungsgraben oder eine sogenannte französische Drainage. Allerdings sollten solche Maßnahmen sorgfältig geplant werden. Im Zweifel ist es besser, hierfür einen Experten zu engagieren.

Geeignete Pflanzen

Pflanzen verbessern nicht nur das Erscheinungsbild Ihres Gartens, sie lockern auch verdichteten Boden auf und nehmen überschüssige Feuchtigkeit auf. Sträucher wie Hartriegel oder Winterbeere sowie Blumen wie Narzissen kommen mit nassen Bedingungen gut zurecht. Warten Sie jedoch, bis der Boden abgetrocknet ist, um zusätzliche Verdichtungen zu vermeiden.
Resümee von Karsten Mueller (Redaktion “gartennetz.de“)

Starkregen setzt dem Rasen spürbar zu, weil Staunässe die Luftzufuhr im Boden blockiert. Typische Warnzeichen sind Pfützen, gelbe Halme und ein weicher, matschiger Untergrund. Helfen können das Entfernen von Laub und Gartenresten sowie das Aerifizieren der Fläche. Damit sich Wasser künftig besser verteilt und versickert, empfehlen sich Sanden, gezielte Düngung, geeignete Pflanzen und bei Problemstandorten eine Drainage.

Quelle: MyHammer GmbH

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