So werden Wälder fit für den Klimawandel
Der Klimawandel hat erhebliche Auswirkungen auf die heimischen Wälder. Waldbesitzende und Forstleute stehen daher vor der Aufgabe, die Wälder an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen. Orientierung geben unter anderem Nachhaltigkeitsstandards für die Waldbewirtschaftung, etwa die Kriterien des Zertifizierungssystems PEFC, die auf einem großen Teil der deutschen Waldfläche angewendet werden. Auch Verbraucher können den Waldumbau unterstützen, indem sie Holzprodukte aus diesen nachhaltig bewirtschafteten Wäldern wählen. Gekennzeichnet sind diese mit glaubwürdigen Zertifizierungssiegeln.

Sechs Maßnahmen zur Wiederbewaldung
Nach großen Dürre-, Sturm- und Borkenkäferschäden spielt die Wiederbewaldung vielerorts eine zentrale Rolle. Ziel ist es, stabile und widerstandsfähige Wälder für kommende Generationen aufzubauen. Bis junge Wälder ihre ökologischen, ökonomischen und sozialen Funktionen für Tiere, Pflanzen und Menschen vollständig erfüllen können, braucht es allerdings Zeit, Einsatz und fachliche Betreuung durch Forstleute. Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:1. Naturkräfte nutzen: Wo Samen aus Baumkronen auf die Erde fallen und die Bedingungen günstig sind, kann ein Teil des neuen Waldes ohne menschliches Zutun entstehen. Fachleute sprechen hier von Naturverjüngung.
2. Fläche vorbereiten: Ist die Fläche durch abgestorbene Bäume schwer zugänglich, wird sie behutsam freigeräumt, damit Forstleute dort arbeiten und neue Pflanzen anwachsen können.

4. Säen und pflanzen: Neue Bäume werden von Hand, maschinell oder mithilfe von Drohnen ausgebracht, etwa mit Saatkugeln.
5. Jungpflanzen schützen: Damit junge Bäume nicht von Gräsern oder krautigen Pflanzen überwuchert werden, mähen Forstleute die Flächen regelmäßig. Der PEFC-Waldstandard gibt vor, strukturreiche Waldränder zu fördern, da sie vor Wind und Bodenabtragung schützen und Lebensraum für viele Tierarten bieten. Dazu können etwa verschiedene Straucharten gepflanzt werden.
6. Vor Wild schützen: Wo Rehe, Hirsche und andere Wildtiere ihren Hunger stillen, können junge Bäume durch Verbiss geschädigt werden und verkümmern. Das erschwert es jungen Wäldern, stabil heranzuwachsen. Eine effektivere Jagd kann helfen, den Wildbestand zu regulieren. Zusätzlich schützen Zäune oder sogenannte Wuchshüllen die Pflanzen.
Der Klimawandel setzt Wälder zunehmend unter Druck, weshalb ihr Umbau hin zu stabilen, widerstandsfähigen Beständen an Bedeutung gewinnt. Zentrale Maßnahmen sind die Nutzung natürlicher Verjüngung, die Vorbereitung geschädigter Flächen sowie die Auswahl standortgerechter, vielfältiger Baumarten. Ergänzt wird dies durch gezielte Pflanzungen, Schutz junger Bäume vor Konkurrenz und Wildverbiss sowie eine nachhaltige Bewirtschaftung nach Standards wie PEFC.
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