Wenn Waschbären zu Plagegeistern werden
12.03.2026

Wenn Waschbären zu Plagegeistern werden

Schwarze Knopfaugen, Gangstermaske und gestreifter Puschelschwanz: Waschbären sehen einfach süß aus. Entsprechend groß ist oft die Freude bei einer zufälligen Begegnung mit den possierlichen Tieren, die ihr Futter so menschenähnlich in den Vorderpfoten halten. Doch der Niedlichkeitsbonus ist schnell aufgebraucht, wenn die frechen Kleinbären auf dem Dachboden randalieren, sich aus Küchenschränken bedienen oder Mülltonnen ausräumen. Dann geht es oft nur noch darum, die ungebetenen Untermieter schnell wieder loszuwerden.

Waschbären sind sehr anpassungsfähig und fühlen sich in Wohngebieten genau so wohl wie im Wald – nicht immer zur Freude ihrer Gastgeber. Foto: DJD / DJV / Getty Images / Rob Atki
Waschbären sind sehr anpassungsfähig und fühlen sich in Wohngebieten genau so wohl wie im Wald – nicht immer zur Freude ihrer Gastgeber. Foto: DJD / DJV / Getty Images / Rob Atki

Invasive Allesfresser

Waschbären stammen ursprünglich aus Nordamerika und wurden früher zur Zucht eingeführt. Entkommene und ausgewilderte Tiere vermehrten sich dann rasant – heute wird der Bestand in Deutschland auf 1,6 bis 2 Millionen Exemplare geschätzt, besonders von Brandenburg bis Hessen sind die Kleinbären verbreitet. In der Natur stellen die invasiven Allesfresser eine Bedrohung für gefährdete Amphibien und Vogelarten dar – Informationen dazu gibt es zum Beispiel unter www.jagdverband.de.

Als anpassungsfähige Kulturfolger fühlen sie sich aber auch in menschlichen Siedlungen wohl, wo sie oft ideale Lebensbedingungen vorfinden. Und haben sich Waschbären im Schuppen oder Garten erst häuslich eingerichtet, ist es schwer, sie wieder loszuwerden. Denn die niedlichen Kerlchen sind wehrhaft, können kratzen, beißen und sollten nicht in die Enge getrieben werden. Der richtige Ansprechpartner ist dann das Ordnungsamt oder der zuständige Jäger.
Wer keine Waschbären als Untermieter im Schuppen haben möchte, sollte darauf achten, sie nicht unbeabsichtigt mit Futter anzulocken. Foto: DJD / DJV / Frank Seifert
Wer keine Waschbären als Untermieter im Schuppen haben möchte, sollte darauf achten, sie nicht unbeabsichtigt mit Futter anzulocken. Foto: DJD / DJV / Frank Seifert

Bitte nicht füttern!

Um zu vermeiden, dass die Tiere sich überhaupt erst niederlassen, ist es laut dem Deutschen Jagdverband vor allem wichtig, Waschbären weder absichtlich noch unabsichtlich zu füttern. Deshalb sollte man Fallobst frühzeitig entfernen, Haustierfutter nicht ins Freie stellen, keine tierischen Abfälle auf den Kompost werfen und die Mülltonnen sichern. Das nächtliche Verschließen von Fenstern, Türen und Katzenklappen kann verhindern, dass die Kleinbären in Häuser und Schuppen eindringen.

Auch hausnahe Bäume, Regenrinnen und andere Kletterhilfen erleichtern ihnen den Zugang. Und so süß sie auch aussehen: Waschbären sind Wildtiere und sollten niemals angelockt oder angefasst werden.
Quelle: Deutscher Jagdverband e. V. (DJV)
Resümee von Andrea Schaffeld (Redaktion “gartennetz.de“)

Waschbären wirken mit ihrer typischen „Gangstermaske“, den dunklen Knopfaugen und dem buschigen Ringelschwanz zunächst harmlos und niedlich. Doch wenn sie sich in Haus oder Garten niederlassen, können sie schnell zum Problem werden. Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere haben sich in Deutschland stark verbreitet und gelten als invasive Allesfresser, die sowohl in der Natur als auch in Siedlungen Schäden anrichten können. Auf Dachböden, in Schuppen oder an Mülltonnen richten sie oft große Unordnung an und sind schwer zu vertreiben. Wichtig ist daher, ihnen keine Nahrungsquellen zu bieten – etwa durch gesicherte Mülltonnen, das Entfernen von Fallobst und das Vermeiden von offenem Tierfutter. Haben sich Waschbären bereits eingenistet, sollten Hausbesitzer nicht selbst eingreifen, sondern das Ordnungsamt oder einen zuständigen Jäger kontaktieren.


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