Wege und Sitzplätze selbst anlegen

Das schönste Pflaster ist nur von kurzer Dauer, wenn beim Verlegen Fehler unterlaufen. Wir sagen Ihnen, was Sie beim Einbau von Belägen beachten müssen.

Foto: Max Bahr

Foto: Max Bahr

Gefälle muss sein

Wege müssen grundsätzlich immer mit einem leichten Gefälle vom Haus wegführen, damit das Niederschlagswasser ablaufen kann. Im Allgemeinen geht man von einem Längsgefälle von mindestens 1 % und von einem Quergefälle von 2,5 % aus. Das sind 1 bzw. 2,5 cm Höhenunterschied auf 1 m Länge. Bei gröberen, unebenen Belägen wie zum Beispiel rustikalen Granitplatten braucht man mindestens 3 % Gefälle. Bei ebenen Betonsteinen reichen auch 2 %. Nicht immer kann das Wasser seitlich in die Vegetation entwässert werden, und keinesfalls darf es auf die Straße geleitet werden. In diesem Falle wird der Einbau einer Entwässerungsrinne oder eines Hofablaufes nötig. Der Einlaufquerschnitt der Hofabläufe richtet sich nach der Pflasterfläche. Als Richtwert gilt: 1 cm2 Einlauföffnung = 1 m2 Pflasterfläche



 



Wie man sich bettet …/ Eine solide Basis
Der richtige Aufbau eines Belages entscheidet über seine Stabilität. Im Normalfall setzt er sich im Garten aus einer Tragschicht und einem Pflasterbett zusammen, in das das Belagsmaterial verlegt wird.
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So wird’s gemacht: 

Zunächst wird die Form mit Holzpflöcken oder Eisenstäben markiert. Um den oberen Teil der Stöckchen wird nun eine Schnur gewickelt, die die einzelnen Stäbe miteinander verbindet und so den Verlauf des Weges anzeigt. Um die Form zu finden, können Sie sich auch mit einem Gartenschlauch behelfen. Beurteilen Sie abschließend Ihr Werk vom ersten Stock oder einer höher gelegenen Terrasse. Wenn die Form gefällt, kann man die Kontur des Weges oder Sitzplatzes auch mit hellem Sand oder Kalk nachzeichnen.

Tragschicht
Stärke: Die Tragschicht sorgt für einen stabilen Untergrund, unterbindet Kapillarströme (aufsteigendes Wasser) aus dem Erdreich und lässt Oberflächenwasser versickern. Ihre Stärke hängt von der Bodenbeschaffenheit, den klimatischen Bedingungen und der späteren Nutzung des Belages ab. Für Fußwege reichen in der Regel 15–25 cm. Werden Wege mit PKWs befahren, so sind 30–40 cm erforderlich. Auch bei moorigen oder lehmigen Böden geht man auf diese Stärke, um Senkungen des Pflasters zu verhindern. Stößt man beim Graben gleich nach der Humusschicht auf steinigen Boden, so kann die Tragschicht dagegen auf zirka 10 cm reduziert werden.
 
Material: Am besten eignet sich ein kornabgestuftes Mineraliengemisch wie Kiessand (0/32 mm), Kalkbruch (0/30 mm) oder Schotter (Körnung 0/45 mm). Durch die unterschiedlichen Korngrößenanteile lässt sich das Gemisch gut verdichten. In jeder Gegend gibt es andere verwendbare Materialien, fragen Sie beim örtlichen Kies- oder Schotterwerk nach.
 
Einbau: Man trägt das Material erdfeucht und schichtweise auf und verdichtet es mit einer Rüttelplatte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Schicht um bis zu 30 % setzt. Die Unebenheiten sind mit neuem Material so auszugleichen, dass sich am Ende ein Planum mit dem richtigen Endgefälle ergibt.


Pflasterbett
Stärke: Die Höhe richtet sich nach dem Belag, in der Regel 3–5 cm. Bei Betonsteinen mit ihrer ebenmäßigen Unterseite reichen 2,5 cm. Bei Großpflaster aus Natursteinen werden 5 cm benötigt.

Material: Für das Pflasterbett eignen sich Natursand (Körnung 0/2–0/4 mm) wie auch Splitt (zum Beispiel gebrochener Basalt, Granit 1/3 mm oder 2/5 mm, Brechsand-Splitt-Gemisch 0/5 mm). Der gröbere Splitt ist nur für maßhaltiges Material wie Betonsteine zu empfehlen. Im feineren Sand ist Natursteinpflaster mit seinen Unebenheiten besser aufgehoben.

Einbau: Um ein gleichmäßiges Pflasterbett zu erreichen, braucht man Abziehhilfen. Dazu eignen sich zum Beispiel einzöllige Wasserleitungsrohre (Durchmesser 2,5 cm) oder Formrohre (Durchmesser 3–5 cm). Man legt sie zueinander parallel in der richtigen Höhe auf die Tragschicht und verfüllt den Zwischenraum mit Sand oder Splitt. Auf den seitlichen Rohren kann eine Latte wie auf Schienen gleiten und das Pflasterbett gleichmäßig glätten. Werden die Rohre entfernt, füllt man auch die verbleibenden Rinnen mit Splitt auf. Alternativ zu den Rohren kann man auch Bretter verwenden, die an Pflöcken genagelt auf das richtige Niveau gebracht werden. Das Pflasterbett wird so abgezogen, dass die Pflastersteine vor dem Abrütteln 1 cm über Soll-Höhe liegen.

Pflastern
Prinzipiell gilt: Bei einfach gepflasterten, geradlinig verlaufenden Wegen kann man selbst Hand anlegen. Muster und Radien sowie Arbeiten mit unregelmäßig geformten Natursteinen sind dem ambitionierten Heimwerker oder dem Fachmann vorbehalten.

Beim Pflastern ist es sinnvoll, sich von der Terrasse in Richtung Garten vorzuarbeiten. Wer seine Platten vom Garten in Richtung Haus verlegt, riskiert, dass sich der Weg eventuell nicht akkurat an die Terrasse anschließt.
Schnüre entlang der Wegekanten und gerader Fugenfluchten helfen, die Richtung zu bewahren. Man spannt sie um Eisenstäbe oder umwickelt Pflastersteine damit. Bei größeren Flächen hat es sich bewährt, Richtsteine zu setzen. So werden erst die Ränder verlegt und anschließend die Mitte aufgefüllt. In Kurven ist es wichtig, dass die Fugen immer im rechten Winkel zur Wegkante verlaufen. Kleinere Höhendifferenzen können mit dem Gummihammer ausgeglichen werden. Um eine gleichmäßige Pflasterfläche zu erhalten, ist es wichtig, die Reihenabstände, die Fugenbreiten und das Gefälle regelmäßig zu kontrollieren. Oft ist es auch hilfreich, sein Werk aus etwas Entfernung zu begutachten.

Einkehren
Ist der Belag verlegt, werden die Fugen zwischen den Steinen mit Sand aufgefüllt. Geeignet ist feiner Sand der Körnung 0,6 bis 1,3 mm. Bei Natursteinen kann er auch gröber sein (0/3 mm), da hier die Fugen etwas breiter ausfallen. Benötigt werden zwischen 2 und 5 kg pro m2 und ein ganz normaler Straßenbesen. Bei trockenem Wetter lässt sich der Sand leichter verteilen als in feuchtem Zustand.

Abrütteln
Um Beschädigungen des Belags zu vermeiden, wird bei Beton- oder Klinkersteinen an der Rüttelplatte ein Gummischuh (Kunststoffgleitplatte) befestigt. Bei Natursteinen ist dieser nicht nötig. Gerüttelt wird so lange in der mittleren Frequenz, bis das Pflaster nicht mehr nachgibt. Wenn keine seitliche Einfassung durch Randsteine vorhanden ist, kann man die Seiten des Pflasterbelags beim Rütteln zum Beispiel mit Kanthölzern gegen Abwandern sichern. Wenn erforderlich, werden die Fugen anschließend erneut mit Sand aufgefüllt.

Einschlämmen
Der Sand, der nach dem Rütteln noch auf der Oberfläche verblieben ist, wird mit einem feinen Wasserstrahl in die Fugen geschlämmt. Wenn sich nach ein oder zwei Wochen erneut Ritzen zeigen, füllt man nochmals Sand nach.

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