Der nächste Sommer kommt: Mehr lebendiger Schatten in der Stadt
15.04.2026

Mehr lebendiger Schatten in der Stadt

Die Forderung nach mehr Grün und vor allem Bäumen in der Stadt wird in jedem heißen und trockenen Sommer lauter. Kommunen geben sich große Mühe, dort, wo immer möglich, Bäume zu pflanzen, die Schatten spenden, um die Temperaturen zu senken und für bessere Luft zu sorgen. Allerdings sind Baumpflanzungen im stark versiegelten innerstädtischen Raum längst nicht überall möglich. Vor allem Plätze, auf denen sich Menschen gerne aufhalten, sind für bodengebundene Bepflanzungen oft nur schwer mit lebendigem Grün beschattbar, um die Aufenthaltsqualität im Freiraum zu verbessern.

Foto: GPP/ecotrii. - Dem smarten ecotrii von unten in die nach oben offene Krone geschaut. Die Krone bildet sich aus unterschiedlichen heimischen Kletterpflanzen und spendet im Sommer dort Schatten, wo die Pflanzung eines Baumes aus bautechnischen Gründen nicht möglich wäre.
Foto: GPP/ecotrii. - Dem smarten ecotrii von unten in die nach oben offene Krone geschaut. Die Krone bildet sich aus unterschiedlichen heimischen Kletterpflanzen und spendet im Sommer dort Schatten, wo die Pflanzung eines Baumes aus bautechnischen Gründen nicht möglich wäre.
Nicht nur Städte, sondern auch Architekten und Ingenieure machen sich Gedanken, wie man die innerstädtischen Freiräume lebenswerter gestalten kann. Mit dem ecotrii hat die Stuttgarter Innenarchitektin und Diplom-Ingenieurin Rosa Pöttinger einen Klimaschirm entwickelt, der vor allem auf versiegelten Flächen eine smarte Lösung sein kann. Der ecotrii basiert auf einer sechseckigen, modularen und kompakten Konstruktion mit einem Fuß aus Beton oder Holz, der gleichermaßen Wassertank und Sitzgelegenheit ist, und einer Metallkonstruktion, die mit Kletterpflanzen bewachsen eine Baumkrone bilden, die sich nach oben hin öffnet. „Unser ecotrii funktioniert wie ein Klimaschirm, der Bepflanzung in der dritten Dimension überall möglich macht", so Pöttinger. „Unser System ist modular, d.h. die einzelnen Exemplare können einfach und flexibel miteinander kombiniert werden, so dass moderne, grüne Landschaften auch auf nüchternen Plätzen entstehen können. Das lebendige Dach sorgt zusätzlich für frische Luft, eine kühle, beschattete Umgebung und fördert auch die Artenvielfalt, weil sich hier natürlich auch schnell Insekten und Vögel tummeln."

Für Pöttinger war bei der Entwicklung nicht nur der Klimaschutz wichtig, sondern auch eine smarte Technologie und ein modernes Design im Stadtbild. Gemeinsam mit der Designerin Miriam Köpf entstand der smarte Klimaschirm ecotrii als einladender Treffpunkt in der City.
Foto: GPP/ecotrii. - Rosa Pöttinger und Miriam Köpf präsentieren ihren smarten ecotrii beim Stuttgarter Klima-Innovationsfond.
Foto: GPP/ecotrii. - Rosa Pöttinger und Miriam Köpf präsentieren ihren smarten ecotrii beim Stuttgarter Klima-Innovationsfond.

Wie smart ist der ecotrii?

Ein integriertes Photovoltaikmodul versorgt jeden ecotrii mit Solarstrom, mit dem ein smarter Sensor die Substratfeuchtigkeit misst und auch eine vollautomatische Bewässerung gesteuert wird. Die Software ist benutzerfreundlich und lässt den ecotrii bequem aus der Ferne im Auge behalten, steuern und kontrollieren, per Rechner, Tablet oder Smartphone. Der im Sitzmodul integrierte Wassertank (200 Liter) versorgt die heimischen Kletterpflanzen mit einer Tröpfchenbewässerung auch über einen längeren Zeitraum. Rücklauftechnik sorgt für einen sparsamen und bedarfsgerechten Umgang mit Wasser. Pöttinger: „Unser Ziel ist es, dass wir mit unserem ecotrii mit minimalem Versorgungsaufwand eine maximale Wirkung auf die Aufenthaltsqualität und das soziale Leben in der Stadt möglich machen, dort, wo es aus baulichen Gründen für das Pflanzen echter Bäume keine Chance gibt."
Potentielle Standorte für den ecotrii gibt es tatsächlich viele: innerstädtische Hitzeinseln, Schulhöfe, Plätze, Fußgängerzonen, Gastronomie... überall dort, wo stark versiegelte Flächen dauerhaft eine Anpassung an die Folgen des Klimawandels nötig machen. Ein Prototyp des ecotrii steht in Stuttgart in der Eichstraße 9.
Foto: GPP/ecotrii. - Auf versiegelten Plätzen können aus bautechnischen Gründen keine Bäume gepflanzt werden, aber im Sommer ist auch hier Schatten wichtig. Die Aufenthaltsqualität verbessert sich durch schattige Sitzplätze, wie unter diesem smarten ecotrii in Stuttgart.
Foto: GPP/ecotrii. - Auf versiegelten Plätzen können aus bautechnischen Gründen keine Bäume gepflanzt werden, aber im Sommer ist auch hier Schatten wichtig. Die Aufenthaltsqualität verbessert sich durch schattige Sitzplätze, wie unter diesem smarten ecotrii in Stuttgart.
Das Projekt wird vom Klima-Innovationsfonds der Stadt Stuttgart gefördert und versteht sich als skalierbarer Baustein einer klimaangepassten Stadtentwicklung, der Kommunen, Unternehmen und Institutionen eine schnell umsetzbare, sichtbare und wirksame Lösung gegen Hitzeinseln bietet. Darüber hinaus gibt es sowohl in Kommunen wie in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Förderprogramme, die solche innovativen Projekte finanziell unterstützen.
Resümee von (Redaktion “gartennetz.de“)

Der ecotrii ist ein modularer, bepflanzter Klimaschirm für versiegelte Stadtflächen, auf denen klassische Baumpflanzungen kaum möglich sind. Mit Kletterpflanzen, integriertem Wassertank, Photovoltaik und automatischer Bewässerung schafft das System Schatten, verbessert das Mikroklima und erhöht die Aufenthaltsqualität. Zugleich bietet es Kommunen eine flexible, förderfähige Lösung zur Anpassung an urbane Hitzeinseln.

Quelle: Grünes Presseportal / GPP

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