Ohne Wasser kein Grün
07.05.2024

Ohne Wasser kein Grün

Doch die veränderten Rahmenbedingungen sind noch lange kein Grund, den Kopf hängen zu lassen und den Spaten in die Ecke zu stellen: Durch eine wasserbewusste Gartengestaltung lassen sich extreme Witterungsereignisse bis zu einem gewissen Maß abfedern. Je grüner und üppiger ein Garten, eine Terrasse oder ein Balkon bepflanzt ist, desto ausgeglichener ist etwa das Mikroklima. Bäume und Sträucher sorgen für beschattete Bereiche, in denen sich die Bodenfeuchte längerhält. Ihr Blattwerk verdunstet Wasser, was zu einer lokal höheren Luftfeuchtigkeit führt. Dies spürt deutlich, wer sich an einem heißen Sommertag unter einen Baum setzt.

Besonders effizient ist eine Tropfbewässerung direkt an der Pflanze, mit der die Wurzeln die Menge Wasser bekommen, die sie brauchen. Der GARDENA smart Water Control ermöglicht eine vollautomatische Bewässerung auf Basis von intelligenten Zeitplänen und aktuellen Wetterdaten. Um Trinkwasser zu schonen, kann gesammeltes Regenwasser genutzt werden. Foto: Gardena
Besonders effizient ist eine Tropfbewässerung direkt an der Pflanze, mit der die Wurzeln die Menge Wasser bekommen, die sie brauchen. Der GARDENA smart Water Control ermöglicht eine vollautomatische Bewässerung auf Basis von intelligenten Zeitplänen und aktuellen Wetterdaten. Um Trinkwasser zu schonen, kann gesammeltes Regenwasser genutzt werden. Foto: Gardena

Der Garten als Wasserspeicher 

Es ist wichtig, dass Grünflächen stets ausreichend Wasser zum Gedeihen zur Verfügung gestellt wird. Sei es, indem Regenwasser zum Gießen gesammelt oder ein besonderes Augenmerk auf gesunde Böden gelegt wird, die eine hohe Speicherkapazität haben. Das Konzept der Schwammstadt, das heute mehr und mehr in die Stadtplanung einfließt, hat einen möglichst ausgeglichenen Umgang mit dem Wasser zum Ziel. Es basiert darauf, dieses nach Regenfällen nicht rasch wegzuleiten, sondern es langsam vor Ort versickern und den Bäumen zukommen zu lassen. Dies puffert Starkregenfälle und minimiert das Überschwemmungsrisiko. Warum nicht diese Idee auf den Garten adaptieren? Der Schwammgarten soll so gestaltet sein, dass er möglichst viel Regenwasser sammeln, aufsaugen und speichern kann. Das Erdreich bei Stauden- oder Gemüserabatten dient dabei als Speicher. Beeteinfassungen aus Stein oder Holz sorgen dafür, dass bei Regen keine Erde weggeschwemmt wird. 

Ein gesunder Boden, der das Wasser zurückhalten kann, macht die Pflanzen in trockenen Phasen überlebensfähig. Ebenso sorgen auch unversiegelte Wege und Plätze dafür, dass das Wasser nicht ungenutzt wegfließt, sondern versickert und langsam in den Kreislauf zurückgelangt. „Grünflächensind elementarer Teil unseres Ökosystems und des Wasserkreislaufs. Sie speichern Wasser und speisen es über Verdunstung wieder in den Wasserkreislauf ein.“, so Anna Hackstein, Geschäftsführerin desIndustrieverbands Garten. „Deswegen ist es gerade in Trockenphasen so wichtig, durch eine effiziente Bewässerung die Pflanzen jederzeit so gesund zu halten, dass sie diese bedeutenden Aufgaben erfüllen können. Jeder Tropfen in der Bewässerung ist eine Investition in den gesamten Wasserhaushalt.“  
 
Viel zu wertvoll für das Gartenmüll: Den Grasschnitt lieber als eine organische Mulchschicht um Stauden oder Beete ausbringen. So kann die Feuchte zurückgehalten und die Bodengesundheit gefördert werden. Foto: Gardena
Viel zu wertvoll für das Gartenmüll: Den Grasschnitt lieber als eine organische Mulchschicht um Stauden oder Beete ausbringen. So kann die Feuchte zurückgehalten und die Bodengesundheit gefördert werden. Foto: Gardena

Regenwasser sammeln 

Die aktuelle Umfrage ergab, dass 70 Prozent derjenigen, die versuchen bei der Bewässerung ihrer Grünflächen effizient zu sein, damit einen Beitrag gegen den Klimawandel und die weltweite Wasserknappheit leisten wollen.[2] Eine wichtige Maßnahme ist das Sammeln von Regenwasser in großen Tonnen oder unterirdischen Zisternen. Mittels einer Pumpe und einer automatischen Bewässerung gelangt das Wasser dann gezielt und dosiert dahin, wo es benötigt wird. 

Für vielfältiges Grün auf allen Ebenen

Neben natürlichen Lebensräumen wie Wäldern sind es nicht nur Grünflächen wie Parks, welche die Auswirkungen des Klimawandels wie Überhitzung und Überflutung im Siedlungsraum abfedern können. Auch den Gärten, die im Siedlungsraum einen wesentlichen Flächenanteil einnehmen, kommt eine wichtige Bedeutung zu. Sie sollten möglichst reich an verschiedenen Pflanzen sein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie[3] der Universität Sheffield, welche die hohe ökologische Bedeutung privater
Grünflächen im Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels heraushebt. Auch die Green Week 2024[4] der EU beleuchtet unter dem Titel „Towards a water resilient Europe“ das Thema Wasser aus verschiedenen Perspektiven und diskutiert mögliche Wege, sich auf Veränderungen bezüglich der Verfügbarkeit von Wasserressourcen einzustellen. 
 
Balkone und Terrassen sind wie Gärten wertvolle Grünflächen, die Rückzugsort für Mensch und Tier sind, aber auch das Mikroklima positiv beeinflussen und Staub aus der Luft filtern. Damit diese CO2-Speicher auch in Zukunft sprießen können, braucht es clevere Bewässerungsstrategien. Foto: Gardena
Balkone und Terrassen sind wie Gärten wertvolle Grünflächen, die Rückzugsort für Mensch und Tier sind, aber auch das Mikroklima positiv beeinflussen und Staub aus der Luft filtern. Damit diese CO2-Speicher auch in Zukunft sprießen können, braucht es clevere Bewässerungsstrategien. Foto: Gardena

Maßnahmen für eine clevere Wassernutzung 

  • In Stauden- und Gemüsebeeten eine organische Mulchschicht ausbringen (z.B. Grasschnitt, Laub oder reifen Kompost), um die Feuchte zurückzuhalten und die Bodengesundheit sowie das Bodenleben zu fördern. 
  • Den Boden stets von Pflanzen bedeckt halten, um Verdunstung und Auswaschung zu minimieren und ein Austrocknen zu vermeiden. 
  • Standortgerechtes Pflanzen hilft sparsam zu bewässern: Keine feuchtigkeitsliebenden Pflanzen an trockensonnige Standorte setzen.An voll besonnten Standorten wiederum setzt man auf Trockenheitskünstler wie Kugeldistel, Schafgarbe, Perlkörbchen, Wildrosen oder Thymian. 
  • Das Konzept Schwammgarten umsetzen:Dachwasser sammeln, Sickermulden anlegen als temporäre Wasserspeicher. 
  • Durchlässige, sickerfähige Wege und Plätze anlegen. 
  • Wasserbedürftige Pflanzen in Töpfen und im Garten über einedosierbaren automatischen Tropfbewässerungversorgen, wenn möglich gesammeltes Regenwasser verwenden. 
  • Mehr Bäume pflanzen, Kleinstrukturen durch vielfältige Heckensträucher schaffen, in deren Schatten sich ein feuchtes Mikroklima etablieren kann. 
  • „Einmal hacken spart dreimalgießen“: Befolgt man diese alte Gärtnerweisheit, lassen sich die Bewässerungsabständevergrößern. 
  • Es gilt: Lieber einmal alle paar Tage durchdringend und kräftig bewässern als täglich nur ein wenig. Letzteres verwöhnt die Pflanzen und führt dazu, dass sie ihr Wurzelwerk nur an der Oberfläche ausbreiten, statt in die Tiefe zu gehen. 
Quelle: GARDENA GmbH
Resümee / Gerhard Bauer (Fachredakteur)

Veränderte Rahmenbedingungen wie extreme Witterung sind keine Entschuldigung, den Spaten in die Ecke zu werfen. Stattdessen bietet wasserbewusste Gartengestaltung Chancen, solche Herausforderungen zu meistern. Durch eine reiche Bepflanzung verbessert sich das Mikroklima, und Bäume und Sträucher spenden Schatten, halten die Bodenfeuchte länger und erhöhen durch Verdunstung die lokale Luftfeuchtigkeit. Dies macht sich besonders an heißen Tagen bemerkbar, wenn unter Bäumen eine spürbare Abkühlung zu verzeichnen ist.


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