Eine Frage des Formats: Pflanzen kosten, was sie sind
04.10.2005

Eine Frage des Formats: Pflanzen kosten, was sie sind

Wie alle Lebewesen lassen sich Pflanzen nur schwer in Normen pressen. Für den Handel ist jedoch eine Einteilung in Pflanzengrößen und -formen nötig, da anhand dieser Merkmale die Preise festgelegt werden.

Foto: CMA

Foto: CMA

Bei Stauden wie Hosta, Rittersporn oder Storchschnabel ist die Kategorisierung noch relativ einfach zu überblicken. Es gibt Standardware im Topf, die man – auf menschliche Lebensabschnitte übertragen – als vitale Teenager bezeichnen könnte. Sie sind keine empfindlichen Jungpflanzen mehr, die viel Fürsorge brauchen, aber sie haben ihre volle Größe noch nicht erreicht und wachsen an ihrem neuen Standort mit Dynamik und Tatendrang. Jumbostauden im großen Container lassen sich mit Mittzwanzigern vergleichen. Die stattlichen Exemplare vermitteln mit ihren Blüten und ihrer Größe bereits den Eindruck von erwachsenen Pflanzen.

Qualitätsmerkmal Verpflanzen
Bei Gehölzen liegen die Dinge offensichtlich anders. Mancher wundert sich, wenn z. B. die rosa Winterkirsche bei einem Anbieter einmal 15,- Euro kostet, dann aber 45,- Euro oder sogar 700,- Euro und noch mehr. Pflanze ist eben nicht gleich Pflanze. Entscheidend für den Preis ist das unterschiedliche Alter und der bisherige Pflegeaufwand, den ein Gehölz verursacht hat. Wichtig für die kräftige Entwicklung eines Gehölzes ist das Verpflanzen, von den Gärtnern Verschulen genannt. Dabei werden die Wurzeln umstochen oder eingekürzt. Was kurzfristig ein Schock für die jeweilige Pflanze ist, erweist sich langfristig als Vorteil, denn die gekürzten Wurzeln verzweigen sich. Dort, wo bisher wenige Wurzeln oder nur eine lange Pfahlwurzel vorhanden waren, entstehen viele neue Feinwurzeln. Das macht nicht nur das Umsiedeln aus der Baumschule in den Garten einfacher. Die vielen Feinwurzeln nehmen auch mehr Wasser und Mineralstoffe auf, die Pflanze wächst sichtbar kräftiger und entwickelt einen festen Wurzelballen. Verpflanzen gilt daher als Maß für Qualität. Je häufiger ein Gehölz vor dem Verkauf verpflanzt wurde, desto besser ist seine Qualität und desto höher ist der Preis.

Umzug mit zunehmendem Alter
An der Häufigkeit des Verpflanzens lässt sich auch das Alter einer Pflanze ablesen. Einmal verpflanzt bedeutet bei den meisten Gehölzen, dass die Pflanze zwei Jahre alt ist. Ein Jahr hat sie als Jungpflanze – als Sämling, Steckling oder frische Veredlung – verbracht. Im zweiten Jahr wurde sie verpflanzt oder in einen größeren Container gesetzt. Nach Ende dieses Jahres kann sie bereits verkauft werden. Zweimaliges Verpflanzen steht für dreijähriges Wachstum in der Baumschule und so weiter. Solitäre, also Pflanzen, die für Einzelstellung geeignet sind, können sechs- oder siebenmal verpflanzt worden sein und sind dementsprechend mindestens sieben beziehungsweise acht Jahre alt, oft sogar älter, weil mit zunehmender Pflanzengröße nicht mehr jedes Jahr verpflanzt wird. Der Platz, die Pflege, das Wasser und die Nährstoffe, die die Pflanzen in dieser Zeit beansprucht haben, schlagen sich natürlich im Preis nieder.

Immer höher hinaus
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Größe der Pflanzen. An einer Eiben-Heckenpflanze kann z. B. "30–40" stehen, das heißt, sie fällt in die Kategorie der 30 bis 40 cm hohen Pflanzen. In 10er-Sprüngen, dann in 20er-, 25er- und schließlich in 50er-Sprüngen geht es aufwärts. Auffällige, große Solitäre können z. B. "300–350" messen. Mit der Höhe allein lässt sich stattlicher Wuchs nicht komplett umschreiben. Bei besonders ausladenden Exemplaren wie z. B. den malerischen Tulpenmagnolien wird daher immer auch die Breite in gleicher Weise angegeben.

Qualität auf festem Stamm
Hochstämme werden nach Stammumfang sortiert, gemessen in 1 Meter Höhe. "8–10" ist eine der kleinsten Größen für z. B. einen Silberahorn-Hochstamm, der nur zweimal verpflanzt wurde und keinen Ballen besitzt. Ein sechsmal verpflanzter Baum steht dagegen auf einem "45–50" Stamm oder erreicht je nach Baumart sogar einen Stammumfang von "70–80". Auch hierbei handelt es sich bei den Größenangaben um Zentimeter. Die meisten Bäume, die zum Beispiel als Hausbaum geeignet sind, haben einen Stammumfang von 20–25 cm oder 25–30 cm.

Zeit als Faktor
Für welche Qualität sich der Kunde beim Kauf entscheidet, hängt natürlich vom Geldbeutel, aber auch vom Zweck und von der vorhandenen Geduld ab. Soll der Garten direkt nach der Anlage perfekt aussehen, müssen möglichst große Pflanzen gewählt werden. Wer die Gartengenossen in Ruhe heranwachsen sehen will, greift zu kleineren Pflanzen. Grundsätzlich wird man aber Einzelexemplare in höherer Qualität wählen, da sie als Solitäre direkt ins Auge fallen. Gehölze, die mit anderen zusammenstehen sollen, dürfen ruhig etwas kleiner sein, denn sie wirken als Gruppe oder in der Reihe. (Quelle: CMA)

 
Quelle: cma

ähnliche Artikel

Musterhäuser ein Service von fertighaus.com*

* bei Klick auf ein Haus leiten wir Sie zu unserem Schwestermagazin fertighaus.com weiter

LifeStyle 15.01 S

Preis ab
130.999 €
Fläche
123,00 m²
Vita Oberrot

Preis ab
523.000 €
Fläche
195,00 m²
Bungalow 110

Preis ab
230.820 €
Fläche
108,00 m²
Zumstein

Preis ab
440.000 €
Fläche
141,30 m²
AMBIENCE 111 V2

Preis ab
359.989 €
Fläche
110,76 m²
Premium 171/78

Preis ab
585.630 €
Fläche
220,12 m²